Chronik

Letzte Aktualisierung: 10.06.2017

Katholische Pfarrei
Liebfrauen Leipzig-Lindenau

(Maria Himmelfahrt)

1. Die Vorgeschichte Ende des 19. Jahrhunderts

In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Leipzig zu einer bedeutenden Industriestadt. Das hatte zur Folge, dass viele Arbeiter mit ihren Familien zuzogen, gerade auch aus katholischen Gegenden, aus Schlesien, Bayern, dein Eichsfeld, dem Rheinland, aus Polen und Böhmen. Aus den Dörfern am Rand von Leipzig wurden Vorstädte, die mit dein Kein der Stadt zu einer Großstadt zusammenwuchsen. Nach einer Zählung aus dem Jahre 1838 hatte das Dorf Lindenau bei Leipzig 998 Einwohner, darunter sicherlich keinen Katholiken. Um die Jahrhundertwende zählte man in Lindenau schon 2.273 Katholiken, und die Zahl stieg weiter an. Ähnlich war es in den anderen Orten rings um Leipzig. Als erste katholische Kirche in Leipzig nach der Reformation diente seit 1710 eine Kapelle in der Pleißenburg. 1848 wurde die Trinitatiskirche geweiht. Sie war lange Zeit die einzige katholische Kirche im weiten Umkreis und wurde die Mutterkirche vieler anderer Kirchen, auch der Liebfrauenkirche. (Zum Seitenanfang)

2. Keimzelle der neuen Gemeinde 1888

Die Keimzelle der neuen Gemeinde waren ein katholischer Arbeiterverein, der 1888 im Bereich Lindenau der Trinitatisgemeinde gegründet wurde, eine Franziskuskonferenz im Vinzentiusverein, die 1894 zur Hilfe für die Notleidenden im Bereich Plagwitz gegründet wurde, und die erste katholische Schule, die 1894 zunächst als Ableger der katholischen Schule in der Alexanderstraße mit den ersten 2 Klassen im alten Felsenkeller eingerichtet wurde. Am 10.06.1898 wurde eine eigene Schule in der Friedrich-August-Straße eingeweiht. (Diese Schule wurde 1901 und 1908 durch Anbau erweitert und hatte in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg in 24 Klassen bis zu 1000 Schülern.)
Der Turnsaal der Schule - man kann es heute noch an der merkwürdigen Apsis erkennen - war der erste Gottesdienstraum der entstehenden Gemeinde. Dort feierte am 20.6.1898 der Kaplan der Trinitatisgemeinde, Jakob Stranz , die erste hl. Messe. Von Oktober 1898 ab fand jeden Sonn- und Feiertag Gottesdienst in Leipzig-Lindenau statt. Bis 400 Menschen drängten sich in der Turnhalle der Schule. (Zum Seitenanfang)

3. Die Außenstelle der Trinitatis-Gemeinde

Am 1.1.1903 wurde für den Bereich Lindenau, Plagwitz, Kleinzschocher, Schleußig, Leutzsch, Böhlitz-Ehrenberg und Schönau eine Expositur als Außenstelle der Trinitatispfarrei errichtet. Expositus wurde Kaplan Jakob Stranz. Er nahm seinen Wohnsitz in der Aurelienstraße 56. Am 1.4.1904 wurde Leipzig-Lindenau als Pfarrei errichtet. Kaplan Stranz wurde ihr erster Pfarrer. Zur Pfarrei gehörten von Leipzig-Stadt: Lindenau, Plagwitz, Kleinzschocher, Schleußig und von Leipzig-Land: Leutzsch, Böhlitz-Ehrenberg, Gundorf, Burghausen, Rückmarsdorf.
Am 12.5.1906 wurde eine Niederlassung der Grauen Schwestern von der hl. Elisabeth gegründet. Drei Schwestern übernahmen ambulante Krankenpflege und errichteten schon am 3.9.1906 eine Volksküche, die anfangs ca. 200 Essen à 10, 15 oder 20 Pfg. An die Arbeiter in den umliegenden Fabriken ausgab. Außerdem übernahm sie den Kinderhort St. Monika, der schon seit einigen Jahren in Leipzig-Lindenau zur Beaufsichtigung von Schulkindern nach den Unterrichtsstunden eingerichtet war. In den Kriegsjahren wurden in der Volksküche bis zu 800 Essen täglich ausgegeben. Seit 1909 hatte die Niederlassung sechs Schwestern. (Zum Seitenanfang)

4. Der erste Spatenstich zum Kirchbau 1907

Am 22.4.1907 wurde der erste Spatenstich zum Kirchbau getan. Inzwischen hatte die Gemeinde viel gesammelt. Es wurden großzügige Stiftungen gemacht, das bischöfliche Amt gab den Rest dazu. Die Bausumme war mit 230.000 Mark veranschlagt. (Die realen Kosten betrugen dann ca. 250.000 Mark.) Am 26.5.1907 war die feierliche Grundsteinlegung durch Bischof Aloys Schäfer, und am 27.9.1908 konnte derselbe Bischof die St. Marienkirche (wie sie damals hieß) weihen. Am 7.7.1908 waren drei Bronzeglocken der Fa. Schilling/Apolda geweiht worden und konnten schon die Gemeinde zum Kirchweihgottesdienst rufen. (Zum Seitenanfang)

5. Die Vervollständigung der Kirche ab 1910

In den nächsten Jahren wurde das Innere der Kirche vervollständigt: Anfang Oktober 1910 wurde die kunstvoll gestaltete Kanzel aufgestellt. Zwischen 1913 und 1916 erhielt die Kirche eine farbenprächtige Ausmalung mit den Motiven der Sieben Freuden Mariens durch den Leipziger Kunstmaler Heinrich Hinrichs. Im rechten Seitenschiff stand die schon vor der Einweihung gestiftete Marienstatue von Hugo Linderrath. 1911 kam auf die linke Seite eine Herz-Jesu-Figur von Josef Wirth/Markkleeberg. Am 25.12.1915 konnte die erste Orgel eingeweiht werden. Sie war von der Universitätskirche für 8.000 Mark gekauft und von der Fa. Jahn/Dresden aufgestellt worden.
Schon im Kriegsjahr 1917 mussten die Prospektpfeifen wie auch die zwei größten Glocken zur Metallgewinnung abgeliefert werden. Im Juli 1919 wurde die Gasbeleuchtung der Kirche durch elektrische Lampen ersetzt. (Zum Seitenanfang)

6. Die Jahre nach dem 1. Weltkrieg

Die ersten Jahre nach dem Weltkrieg waren geprägt von Unruhen und Hungersnot, dazu kam mit der wachsenden Inflation die Sorge, die finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Wir lesen in der Chronik, dass vom 14.5. bis 26.6.1919 der Schulhof zum Militärlager wurde, Pferde im noch unfertigen Souterrain der Kirche untergebracht, und dass Maschinengewehre auf dem Dach des Pfarrhauses in Stellung gebracht wurden. Am 6.7.1920 wurde der Telefonapparat abgeholt, weil man nicht mehr die Gebühren bezahlen konnte. Auch die Volksküche konnte in dieser unruhigen Notzeit nur noch wenige Essen ausgeben. Im August 1920 wurde das noch nicht ausgebaute Souterrain der Kirche, das als Gemeindesaal vorgesehen war, an die Fa. Hölzsch & Sohn/Plagwitz vermietet. (Zum Seitenanfang)

7. Die neuen Grenzen der Pfarrei 1921

Nach der Wiedererrichtung des Bistums Meißen (26.6.1921) wurden am 1.1 1.1921 die Grenzen der Pfarrei neu festgesetzt: alles, was westlich der Elster liegt (Großzschocher, Windorf, Knauthain, Knautkleeberg, Hartmannsdorf, Bösdorf, Eythra, Großdalzig, Knautnaundorf, Rehbach, Pegau) kommt zur Liebfrauenpfarrei, was östlich liegt (Schleußig) zur Trinitatispfarrei. Für den Pfarrer und die zwei Kapläne war damit ein großes Arbeitsfeld gegeben. In Eythra und Pegau wurde durch Laien Religionsunterricht erteilt. Im Jahr 1923 vermerkt die Chronik 8.659 Katholiken unter 147.890 Andersgläubigen. Am 1.10.1926 erst wurde Markranstädt mit den umliegenden Dörfern als eine selbständige Seelsorgestelle errichtet (als Pfarrei 1937) und erhielt mit Kaplan Dr. Benno Scholze ihren ersten Pfarrer. Im April 1924 wurde das Souterrain der Kirche an die Druckerei Josef Bohn & Söhne vermietet. Vom vorausgezahlten Mietzins für zehn Jahre wurden drei neue Bronzeglocken gekauft und am 5.7.1924 eingeweiht. Seit dem 18.5.1924 druckt die Fa. J. Bohn & Söhne das "Katholische Gemeindeblatt für Leipzig und Umgebung " (zum Seitenanfang).

8. Das Gemeindeleben in den 20er Jahren

Das Gemeindeleben war bis etwa 1933 stark geprägt von den verschiedenen katholischen Vereinen in der Pfarrei und in Leipzig. Ein "Almanach der St. Mariengemeinde" von 1916 zählt 15 Vereine im Pfarrgebiet, dazu noch 11 katholische Vereine und Studentenverbindungen für ganz Leipzig. Alle diese Vereine hatten ihre regelmäßigen Versammlungen. Einige davon luden zu regelmäßigen Gottesdiensten mit Sakramentenempfang ein. Auch die Polenseelsorge war in der Liebfrauenkirche beheimatet. So gab es von Anfang an regelmäßige polnische Andachten, meist in Verbindung mit einer lateinisch gesungenen hl. Messe, polnische Beichtgelegenheit, polnische Fastenpredigten, und es gab den polnischen Arbeiterverein St. Adalbert, der schon 1911 gegründet worden war.
Am 5.1.1930 wurde das Oratorium des hl. Philipp Neri an der Pfarrei Leipzig Liebfrauen gegründet. Im Pfarrhaus wohnten damals die Mitglieder und Kapläne Ernst Musial (seit 1926), Theodor Gunkel (seit 1928) und der geistliche Religionslehrer Heinrich Kahlefeld.
Das Oratorium ist eine geistliche Gemeinschaft, die sich nach dem Vorbild des hl. Philippp Neri (1515-1595) und der von ihm gegründeten Gemeinschaft in Rom ausrichtet. Im gleichen Jahr, am 22.4., gründeten die "Karmelitinnen vom Heiligsten Herzen Jesu" in Leutzsch eine Niederlassung mit vier Schwestern und eröffneten am 2.6.1930 einen katholischen Kindergarten. In der Kapelle des Schwesternhauses (Theresienkapelle) wurde nun täglich die hl. Messe gefeiert.
(Zum Seitenanfang)

9. Liebfrauen wird 1931 dem Oratorium anvertraut

Als der 2. Pfarrer der Gemeinde, Theodor Hottenrott, am 5.7.1931 starb, wurde die Liebfrauenpfarrei dem Oratorium anvertraut. Pfarrer wurde Theodor Gunkel. Das Oratorium versuchte, die Gedanken einer liturgischen Erneuerung in die Gemeinde hineinzutragen. Der Mittelpunkt des Gemeindelebens sollte die sonntägliche Eucharistiefeier sein. So wurde auf die Gestaltung und Verständlichkeit der hl. Messe großer Wert gelegt. Höhepunkt war die Mitfeier der Karwoche und der Gottesdienst in der Osternacht, die zum ersten Mal am 23.4.1932 am Ostersonntag früh gefeiert wurde.
Am Weihnachtsfest 1931 wurde zum ersten Mal eine deutsche Vesper gesungen, später auch an allen Sonntagen. Die Vereine verloren ihre Bedeutung und mussten zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft aufgelöst werden. An ihre Stelle traten zunächst Jugendgruppen, die von der Jugendbewegung inspiriert waren und allgemeine Männer- und Frauenversammlungen. Sonntagsgottesdienste (sogenannte "Missionsgottesdienste") wurden 1932 in Eythra in der Gaststätte "Reichsadler", am 19.11.193 3 in Großzschocher (Gaststätte "Trompeter") und am 16.6.1935 in Böhlitz-Ehrenberg (Gaststätte "Große Eiche") eingeführt.
(Zum Seitenanfang)

10. Die Zeit zwischen 1933 und 45

Das 25-jährige Gedächtnis der Kirchweihe im Jahre 1933 gab den Anstoß zu der dringend nötigen Erneuerung des Kircheninnern, da die Ausmalung durch Salpeter zerstört war. Sie wurde 1934 unter der künstlerischen Leitung von Prof. Rudolf Schwarz/Köln durchgeführt. Die neuen farbigen Fenster schuf Anton Wendling. Der Altarraum wurde erweitert, der Tabernakel erhielt einen würdigen Platz am neugeschaffenen Sakramentsaltar im rechten Seitenschiff, die bisherige Marienstatue wurde im linken Seitenschiff aufgestellt. (Am 23.9.1951 wurde sie durch das Mosaik von Thea Schneiders/Aachen ersetzt.) Der hintere Teil der Kirche wurde zu einer Werktagkapelle umgestaltet, in der an einem schlichten freistellenden Altar der Priester dem Volk zugewendet die hl. Messe feiern konnte. Das Kreuz über diesem Altar wurde von Maria Stapp/München geschnitzt. (Von ihr stammt auch die Holzfigur der hl. Elisabeth, die am 19.11.1939 aufgestellt wurde.)
Der Kampf der Nationalsozialisten gegen die Kirche wurde schärfe und führte Ostern 1937 zur Aufhebung der katholischen Schule, die in ein HJ-Heim umgewandelt wurde. Vereine und Jugendgruppen wurden aufgelöst. Es zeigte sich, wie richtig die seelsorglichen Überlegungen waren, die Gemeinde vom Gottesdienst her zu sammeln und zur lebendigen Einheit zu führen. Die Terrorherrschaft und der Krieg brachten auch der Gemeinde schmerzliche Erfahrungen und manche Nöte. Kirche und Pfarrhaus überstanden den Krieg ohne größere Schäden. (Die kostbaren Fenster waren ausgebaut worden.) 1941/42 konnte sogar noch in Großzschocher ein Wohnhaus gebaut werden, in dem eine Kapelle (St. Josef) eingerichtet wurde und eine Seelsorgehelferin wohnte. (Zum Seitenanfang)

11. Die Nachkriegszeit

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg brachte den großen Zustrom von Flüchtlingen, sodass die Gemeinde auf ca. 9.500 Katholiken anwuchs. Es herrschte große Not an Wohnraum, Lebensmitteln und Kleidung. Das kirchliche Leben konnte sich neu entfalten. In Böhlitz sind jetzt zwei Sonntagsgottesdienste, zuerst in einer eigenen Kapelle, seit 14.11.1954 in der neuerrichteten Kirche, in Großzschocher wird der Sonntagsgottesdienst seit 1946 in der evangelischen Apostelkirche gehalten, später kommt eine zweite hl. Messe in St. Josef dazu. In Leutzsch sind drei Sonntagsmessen im wiedereröffneten Kindergarten, 1950 wird durch einen Anbau ein schöner Kapellenraum geschaffen. Immer wieder wurde die Gemeinde zum "Opfergang der Liebe" und zur "Löffelspende" aufgerufen, um in der größten Not zu helfen. Viele fanden in der neuen Gemeinde eine "Heilige Heimat".
Auch das Kirchgebäude brauchte dringend eine Erneuerung. So wurde Kirche und Pfarrhaus 1962/63 außen instandgesetzt, die Kirche erhielt eine neue Heizung. (Zum Seitenanfang)

12. Renovierung und Umgstaltung 1964

1964 folgte die Renovierung und Umgestaltung des Inneren. Das geschah nach den Plänen von Arthur Becker/Kemberg und durch den intensiven Einsatz von vielen Helfern aus der Gemeinde. Im erhöhten Altarraum steht jetzt der Altar aus rotem Saalburger Marmor, zwei Ambonen ersetzen die Kanzel, die Kirche erhält einen neuen Fußboden, neue Beleuchtung und einige neue Betonglasfenster. Auch die Taufkapelle wird neugestaltet. Am 15.8.1964 konnte Bischof Otto Spülbeck den neuen Altar weihen. Einige Jahre zuvor, am 30.3. 1957 weihte derselbe Bischof sieben neue Stahlglocken, da auch der 2. Weltkrieg das sinnlose "Glockenopfer" gefordert hatte. Eine neue Orgel der Fa. Schuke/Potsdam (eingeweiht am 26.3.1972) und ein Kronleuchter in Emailarbeit nach einem Entwurf von Maria Schwarz/Köln (seit 28.9.1980) vervollständigen die Erneuerungsarbeiten im Kircheninnern. Auch die Türme mussten im Herbst und Winter 1981/82 neu gedeckt werden.
Das 2. Vatikanische Konzil brachte die Ermutigung zu stärkerer ökumenischer Zusammenarbeit. Seit 1967 feiert die Liebfrauengemeinde mit den evangelischen Nachbargemeinden regelmäßig Gottesdienste, Gemeindegruppen, vor allem der Altenkreis (hier "Teestunde" genannt), treffen sich regelmäßig mit evangelischen Gruppen. Alle ökumenischen Veranstaltungen werden vom Pfarrgemeinderat und den evangelischen Kirchvorständen, die ebenfalls regelmäßig zusammenkommen, geplant. (zum Seitenanfang)

13. Das katholische Gemeindezentrum in Grünau

Als neue Aufgabe erwuchs der Gemeinde seit 1977 die Sammlung der Katholiken in Leipzig-Grünau, einem neuen Stadtteil, in dem später ca. 100.000 Menschen wohnen sollten.
In enger Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde wurden Neuzugezogene besucht, Kreise gebildet, eigene Gottesdienste gehalten und Feste gefeiert. 1978 fiel die Entscheidung, dass in Grünau auch ein katholisches Gemeindezentrum gebaut werden sollte.
Bischof Gerhard Schaffran legte am 10.6.1983 den Grundstein zur neuen Kirche und konnte sie am 27.1.1985 einweihen. Seit dem 1.9. 1984 ist Leipzig-Grünau eine selbständige Pfarrei mit dem Kirchenpatron Martin v. Tours. Nach der Weihe der St. Martinskirche verringerte sich die Zahl der Gottesdienstbesucher in der Liebfrauenkirche erheblich. 450 Mitglieder der Liebfrauengemeinde hatten inzwischen in Grünau eine Wohnung erhalten. In den alten Stadtvierteln Leipzig-Südwest und Leipzig-West wurden keine neuen Wohnungen gebaut. Die Altbausubstanz zerfiel zusehends. Auch die Ausreise mancher Gemeindemitglieder in die damalige Bundesrepublik Deutschland seit etwa 1980 ließ die Gemeinde kleiner werden (im Jahr 1988 zogen 120 Gemeindemitglieder westwärts). Die Gottesdienste wurden reduziert, in den Pfarrvikarien sonntags je einer, in der Pfarrkirche drei. Die Zahl der Gemeindemitglieder betrug 1992 2.650. (Zum Seitenanfang)

13. Die Liebfrauengemeinde nach der Wende 1989

Die politische Wende im Herbst 1989, die von zahlreichen Gemeindemitgliedern bei den Friedensgebeten und anschließenden Demonstrationen intensiv miterlebt wurde, brachte die ersehnte Freiheit und neue politische Verantwortung. Dankbar blickt die Gemeinde auf ihre wechselvolle Geschichte zurück. Sie feiert ihre Gottesdienste und lebt weiter in der Zuversicht, dass der Herr der Geschichte auch ihren zukünftigen Weg begleitet. Clemens Rosner

(Zum Seitenanfang)